I love no waiting


I love no waiting – In a wide room – Photos
Oktober 22, 2008, 1:42 pm
Filed under: 5 - In a Wide Room

I love no waiting – In a wide room, München, Weltraum, 10.-13. Oktober 2008

I love no waiting - In a wide room - 10.-13.10.2008

I love no waiting - In a wide room - 10.-13.10.2008

I love no waiting - In a wide room - 10.-13.10.2008

I love no waiting - In a wide room - 10.-13.10.2008

I love no waiting - In a wide room - 10.-13.10.2008

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I love no waiting - In a wide room - 10.-13.10.2008

I love no waiting - In a wide room - 10.-13.10.2008

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I love no waiting - In a wide room - 10.-13.10.2008

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I love no waiting - In a wide room - 10.-13.10.2008

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I love no waiting - In a wide room - 10.-13.10.2008

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Photos by Eltorn

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I love no waiting – In a wide room – Die Rede
Oktober 22, 2008, 1:04 pm
Filed under: 5 - In a Wide Room

I love no waiting
In a wide room

Im Sommer waren wir am Fluss, jetzt sind wir im Weltraum. Im Sommer waren wir an der Isar, nicht an der Milchstraße. Jetzt sind wir in der Rumfordstraße, nicht irgendwo im Universum. Das Schwimmen haben wir gelernt und mit der Schwerelosigkeit haben wir angefangen. Oder welches Gewicht haben Wörter? Platten, deren Tonspur verloren ging? Vorhänge, die erst das Auge vorspielt? Umrisse, die nur durch Ausschnitt sichtbar sind? Oder Farben, die alleine durch ihre Nennung wirken? Um einen weiten Raum aufzuspannen, braucht man nicht unbedingt viel Platz.

Der Weltraum fängt nach der Definition des internationalen Luftsportverbands Fédération Aéronautique Internationale bei einer Höhe von hundert Kilometern über dem Normal Null des Meeresspiegels an. Die NASA und die US Air Force wollen ihn schon nach fünfzig Meilen, das sind circa achtzig Kilometer, anfangen lassen. Wir sind hier ungefähr – so ganz genau weiß ich es nicht – fünfhundertneunzehn Meter über dem Meeresspiegel, haben den Weltraum also ganz schön nah an die Erde gebracht, und ich finde der Weltraum schließt in jedem Fall die Erde mit ein. Jede anständige Zwei-, Drei- oder Vierzimmerwohnung liegt im Weltraum, und natürlich auch größere oder welche mit nur einem Zimmer oder WGs meinetwegen, denn lägen sie außerhalb wäre das ziemlich verrückt, mutmaßlich ein Betrugsversuch mit Immobilien, zumindest eine nahe, zentrale Lage dürfte in Frage gestellt werden. Wobei durchaus darüber gestritten werden kann, wo sich das Subjekt verordnet. Im Raum oder Außerhalb. Der Weltraum ist ja eben eine räumlich Sache und dass das so ganz ohne Zeit nicht funktioniert, wissen wir seit dem Mann, der mal die Zunge rausgestreckt hat und sich danach darüber ärgerte, weil sie seither auf jedem Foto von ihm mit drauf ist. Der Weltraum also ist noch nicht das Universum und Philipp von Zesen, der das schöne Pseudonym Ritterhold von Blauen pflegte, hat denn auch vor bald vierhundert Jahren den deutschen Begriff Weltall dafür gefunden. Und auch der ist ja nicht abgehoben, weil unsere gute alte Welt noch drinsteckt, weshalb die, die höher hinauswollen oft den schlichten Begriff All vorziehen. Der Weltallwortschöpfer Zesen alias Ritterhold hat das Gymnasium in Halle besucht, da steckt das All ja schon drin, und gilt als der erste deutsche Berufsschriftsteller. Avanti dilettanti. Weltall hin oder her, Zese wollte klare Grenzen: Ihn trieben die Fremdwörter um, die ihm zu viele waren im Deutschen. Dieser Abgrenzungsversuch aber machte ihn schöpferisch. Wir wissen ja, oder glauben zu wissen, dass das Weltall größer wird – zumindest noch im Moment – oder sagen wir Augenblick dafür, denn so hat Zese den Moment übersetzt und eben auch die deutsche Sprache erweitert und größer gemacht. Durchaus mit Mut zum Experiment. Worte, die sich bis heute durchgeschlagen haben und so tun, als ob sie immer schon da gewesen wären, und andere, die schon nach Expressionismus und Dada klingen. Die Sprache als Kunstschöpfung eben. Augenblick statt Moment, Glaubensbekenntnis statt Credo, Farbgebung statt Kolorit, Freistaat statt Republik, Ausflug statt Exkursion, Mundart statt Dialekt, Gesichtskreis statt Horizont. Zese zerlegt und setzt wieder zusammen. Die Elektrizität ist ihm Blitzfeuererregung, der Papst Erzvater. Statt Kloster sagt er Jungfernzwinger, und man weiß nicht, ist das Schalksernst, also Ironie? Statt auf dem Sofa lümmelt er auf dem Lotterbett und die Grotte ist ihm ganz direkt einfach Lusthöhle. Der gemeine Verbrecher ruft Hände hoch und hält einem statt der Pistole den Meuchelpuffer unter die Nase – und dass er dafür Gesichtserker gesagt haben wollte ist wahrscheinlich nur Kolportage. Und was Zese für Kolportage gesagt hat, wissen wir nicht, ich schlage mal vor Lügengeruch. Wenn er gelüftet hat, hat er die Tageleuchter geöffnet, anstatt der Fenster, statt Orthographie war er um seine Rechtschreibung bemüht, er schrieb auf den Brief die Anschrift statt der Adresse, sagte Gotteshaus statt Tempel, Letzter Wille statt Testament, Grundstein statt Fundament – ich stelle mir vor, statt Laptop hätte er Schoßrechner gesagt und statt mpg player Tondateier – statt der Passion jedenfalls hat er sich entschlossen, Leidenschaft zu zeigen. Und da sind wir schon noch beim Thema. Denn geheiratet hat er, und das ist interessant, eine Leinwandhändlerin! Der Vielschreiber und Verlagsmitarbeiter ist über Grenzen gegangen. Die Leinwand und die Sprache machen weite Räume auf, auch in engeren Zimmern. In der Sprache und in der Malerei geht es darum, etwas, was es schon gibt, mit etwas, was es noch nicht gibt zum Erscheinen zu bringen, oder umgekehrt, etwas, was es noch nicht gibt, mit etwas, was es schon gibt, zu erschaffen. In a wide room. Das, was nicht da ist, macht den Weltraum und die Kunst dabei genauso aus, wie das, was da ist, es schafft erst die Weite. Das Ausgeschnittene, die Tonspur unter der Farbe, die Stille zwischen den Wörtern, das, was der Vorhang erahnen lässt. Das Universum und das Weltall sind groß, der Weltraum aber hat heute Abend genau die richtige Größe. I love no waiting. Zeit zu verlieren haben wir nicht, nicht ohne Passion oder Leidenschaft, um zum Schluss dieser Rede zu kommen. Zeses Schlussgesang von der Flüchtigkeit und Nichtigkeit des menschlichen Lebens, beginnt so: Sage mir, was ist dein Leben, / Lieber! Sag es, Menschenkind! / Ist es nicht gleich als ein Wind, / Als ein Schiff, der See ergeben? / Schießt es nicht so schnell dahin, / Als ein Strom von Anbeginn? – Beim Fluss waren wir schon. I love no waiting. Vierhundert Jahre vergehen wie im Flug. Mal sehen, wo es weiter geht. Hier viel Spaß, lassen Sie sich nicht hetzen. I love no waiting heißt auch warte mal! Vielen Dank fürs Kommen und lieber Rudi, vielen Dank für den Weltraum! In a wide room! In Gegenwart. Dankeschön!

Nikolai Vogel
am 10. Oktober 2008

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I Love No Waiting – In a wide room – Ankündigung
September 28, 2008, 8:19 pm
Filed under: 0 - Info & Termine, 5 - In a Wide Room

Im Sommer schrieben wir mit 280 Schwimmflügeln in die Isar, jetzt geht es weiter, zur nächsten Ausstellung:

I love no waiting
„In a wide room“

Claudia Göcke / Silke Markefka /
Sebastian Pöllmann / Nikolai Vogel

Eröffnung: Freitag, 10. Oktober 2008, 19 Uhr
Ausstellung: 11.-13. Oktober 2008, 16-20 Uhr

Weltraum
Rumfordstraße 26
80469 München
www.weltraum26.de

In a wide room / Karte Vorderseite

In a wide room / Karte Rueckseite

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I love no waiting – Solar Fire – Photos
August 18, 2008, 7:37 pm
Filed under: 4 - Solar Fire

I love no waiting – Solar Fire, München, am 17. August 2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

Photos by Nikolai Vogel

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I love no waiting – Solar Fire – Bilder vom Aufbau
August 18, 2008, 7:35 pm
Filed under: 4 - Solar Fire

I love no waiting – Solar Fire, München, am 17. August 2008 – Aufbau

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

I love no waiting - Solar Fire - 17.08.2008

Photos by Eltorn

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I love no waiting – Solar Fire – Die Rede
August 18, 2008, 7:16 pm
Filed under: 4 - Solar Fire

I love no waiting
Solar Fire

Die Sonne hat es ja spannend gemacht, die Sonne macht es immer spannend, das heißt eigentlich sind es ja die Wolken, die es spannend machen, und der Wind, der sie vor sich herdrückt. Der Wind, der die Wolken zusammenballt und auswringt. Einen ordentlichen Tropfenteppich hat er da erzeugt, die letzten Tage. Ja, wer will nicht hoch hinaus. Und hat den Isarpegelstand also nur so vor sich hergetrieben. Von 90 cm auf über 200. Den Fluss breit gemacht und mit den Farben der Wiesen und Äcker eingefärbt, die Erde eingenässt und klar gemacht, wo der Bartl den Most holt. Und wenn es dann so schüttet, stelle ich mir vor, wie das geht, dass das immer so runterkommt, wie durch ein Sieb geschüttet, und dass das doch ganz praktisch ist, dass so eine Wolke ihr Wasser nicht ganz einfach auf einmal entleert. Das stelle man sich mal vor: plötzlich so ein Wasserfall von oben, unvermittelt, der da mit voller Wucht daherrauscht – und die Lachse fangen ihren Versuch an, hochzusteigen an ihm, ins Wolkenrevier, aber der Himmel läst sich nicht urbar machen, habe ich mal in einem Gedicht gelesen, einem guten Gedicht. Das Wasser kommt so heute glücklicherweise nicht von oben, das heißt, natürlich kommt es von oben, aber nicht von ganz oben, zumindest nicht direkt, nur vom Oberlauf des Flusses, aus der Mündung der Isar, rauscht herab aus dem Gebirge, nimmt Fahrt auf und sammelt auch unterwegs Flüssigkeit, nimmt sie auf in seine Strömung. In der Kunst spricht man ja viel von Strömungen. Kunstströmungen. Welche fallen uns da ein? Wer ist wo mitgeschwommen, mitgeströmt? Auf welchem Stil dahergeschwommen, durch welche Epoche hindurch? Aus der Klassik in die Romantik und weitergeschwommen. Vom Realismus in den Impressionismus, vom Impressionismus in den Pointilismus, vom Pointilismus in den Dada, vom Dada in den Surrealsimus, aus dem Surrealismus in die Arte Povera. Strömung hier und Strömung da. Auch I love no waiting hat sich heute also in die Strömung gewagt. Wir sind keine, sondern wir arbeiten in ihr. Wir schwimmen nicht mit ihr, sondern lassen sie unten durch. Eine Schwimmübung im Fluss, ein Tanz auf der Strömung. 140 Paar Schwimmärmchen – das sind 280 Schwimmärmchen, das sind 560 Schwimmärmchenkammern die man mit Luft aufblasen muss. Dass I love no waiting eine gute Puste hat, betrachten wir hiermit als erwiesen. (Auch wenn wir nicht ganz alle gebraucht haben: mit 134 Paar waren die Buchstaben voll, sechs blieben übrig.) Sebastian Pöllmann, du hast eine gute Puste! Claudia Göcke, du hast eine gute Puste! Silke Markefka, du hast eine gute Puste! Nikolai Vogel, du hast eine gute Puste! (Den Blasebalg haben wir schon versteckt? – Ja ja, auch in der Kunst wird mit Tricks gearbeitet.) Die Verwirklichung dieser Idee, dieser in der Isar tanzenden Buchstaben, ermöglichte uns die Firma Beco, die uns die Schwimmhilfen, wie die Schwimmärmchen amtlich heißen, großzügig zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür! Dass der Mittelstand der Kunst beim Schwimmen hilft, finden wir sehr schön! Dass auf unsere Anfrage tatsächlich ein Paket kam, mit all diesen Paaren, die jetzt in der Isar hüpfen und tanzen, freut uns sehr! Schwimmhilfen für Künstler sind ja auch angebracht, derzeit, dass man in der ganzen spekulativen Kunstmarktsauce nicht untergeht. Da herrscht ja Hochwasser allerorten, ob in Basel oder Miami Beach. Da gibt es immer wieder böse Strudel, die am Ranking ziehen. Da tut ein Luftpolster, das einen oben hält, schon gut! Schwimmhilfen, Schwimmärmchen, oder vielleicht am schönsten: Schwimmflügel. Als Kind träumte ich gelegentlich, dass ich Fliegen kann. Was für ein Gefühl! Schwierig war es nur an Höhe zu gewinnen, nicht an den Bäumen hängenzubleiben – aber ich konnte fliegen, als Kind, im Traum … allerdings nur mit Schwimmflügeln! Das klingt ja soweit auch logisch! Also haben wir uns gut eingedeckt mit dem Stoff aus dem Kindheitstraum. Von einem aufs andere Ufer: I love no waiting schwimmt und tanzt heute auf der Isar, die darunter hinwegströmt, auf dem Weg ins noch Größere. Die Isar selbst bekommt ihre I love no waiting Schwimmhilfe, ihre I love no waiting Schwimmärmchen, ihre I love no waiting Schwimmflügel. Damit sie fliegen kann. Damit sie froh ist. Ist das eine Ausstellung? Sehen Sie es sich an, von hier, von der Brücke. Wir haben Sommer. Wir sind unter der Sonne. Sonne und Wasser. Legen Sie etwas auf den Grill, nehmen Sie sich ein Bier. Entscheiden Sie Ihren Lichtschutzfaktor. Unsere Kunst schwimmt heute vor unseren Augen. Schwimmt durch den Tag und in den Abend. Wir sind alle Schwimmer. Wir träumen alle vom Fliegen. Den Ikarus-Traum. Die Sonne brennt im Himmel. Wir wissen es. Wir kommen ihr nicht zu nahe, aber wir halten ihr unsere Bäuche hin. Und unser Schwimmflügel. Ohne Sonne ist es nichts! Solar Fire! Im Herbst geht es weiter, in den Weltraum am 10.10. Bis dahin einen guten Appetit und nicht vergessen: viel trinken, für die Eigenströmung!

Nikolai Vogel
am 17. August 2008

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